Interessantes – warum das?

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Ein Zeitexperiment

Bei dem letzten Korrektoratsauftrag habe ich einen kleinen Versuch gewagt, von dem ich Dir hier ein wenig erzählen möchte, da er auch Dich betrifft – oder besser betreffen kann, wenn Du es denn möchtest!

Wie immer berechnete ich einen vorher festgelegten Normseitenpreis, der sich bei diesem Auftrag im perfekt mittleren Bereich befand. Zusätzlich jedoch trackte ich die Zeit, die ich insgesamt an dem Dokument gearbeitet habe. Hier ließ ich ein Kapitel mit zehn Seiten probelaufen, damit ich einschätzen kann, ob mein vorher angedachter Stundensatz hinhaut.
Das tat er sogar tatsächlich! Es gab zwar eine minimale Abweichung, die ich dann noch angepasst habe, doch insgesamt haute das in etwa hin. Der Stundensatz stand.

Den restlichen Auftrag über ließ ich die Zeit nebenbei laufen, habe immer festgehalten, wie lange ich konzentriert und ohne Ablenkung an dem Dokument gearbeitet habe. Abgesehen davon, dass mich die Zahl selbst brennend interessierte, war (und bin) ich davon fasziniert, wie konzentriert ich arbeite, wenn die Zeit im Hintergrund läuft. Während ich sonst immer mal wieder eine kurze Pause eingeschoben habe oder mich ablenken ließ, war mein Fokus so vollkommen in dem Dokument und höchstens die Skip-Taste wurde mal gedrückt, um das Lied zu wechseln. 

Nach ziemlich genau fünfeinhalb Stunden war ich mit dem kompletten Manuskript durch. Gut, es ist auch ein kürzeres Werk, aber dennoch hatte ich mit etwa zehn oder mehr Stunden gerechnet. Du glaubst mir gar nicht, wie begeistert ich davon bin!

Nun ist der Auftrag beendet und ich habe die Zahlen verglichen. Mit dem vorher festgesetzten Stundensatz gerechnet, war hier zwar der Seitenpreis minimal günstiger (2,7 % oder 6 €, um genau zu sein), aber in einem echt angemessenen Rahmen für einen solchen Testlauf. 

Warum habe ich diesen Versuch gestartet?
Immer wieder bin ich darauf gestoßen, dass andere Korrektoren und Lektoren ihre Arbeit in Stunden berechnen. Das hat nicht nur mein Interesse daran geweckt, zu wissen, wie lange ich für ein Manuskript in etwa brauche, sondern auch daran, zu erfahren, was meine Arbeit pro Stunde wert ist. Natürlich setze ich mich keinen Acht-Stunden-Arbeitstag an den PC und korrigiere (Das machen meine Augen und die Konzentration gar nicht mit!), aber dennoch wollte ich es einfach mal wissen.
Vor allem kam in mir die Idee auf, diese Berechnungsmethode meines Honorars als Alternative zu dem Seitenpreis anzubieten. Warum? Weil ich nach einer Probekorrektur immer nach Bauchgefühl entscheide, wie hoch der Aufwand war. Natürlich spielt auch die Anmerkungsdichte eine hohe Rolle, aber auch ein verworrener und verschachtelter Text mit geringer (tatsächlicher) Fehlerdichte braucht um Längen mehr Zeit als ein simpler, flüssiger Stil mit etwas mehr Fehlern. Verstehst Du, was ich meine?

Was heißt das für Dich?
Nicht viel und doch so einiges, wenn Du möchtest. Noch steht es nicht offiziell auf meiner Website, doch wenn es Dich interessiert, kannst Du gerne auch einen festen Stundensatz zahlen. Ich halte genau nach, wie lange ich pro Arbeitssitzung an Deinem Dokument gearbeitet habe und welche Kapitel o. Ä. ich in dem Zeitraum geschafft habe. Diese Auflistung reiche ich Dir am Ende auch gerne zu der Rechnung, damit Du sie einsehen und nachvollziehen kannst. (Das ist doch etwas klarer als ein Normseitenpreis, oder?)
Und da ich auch hier – wie bei all meinen anderen Preisen – mit offenen Karten vor Dir stehen möchte: Der Stundensatz, den ich anhand dieses Testlaufs festgelegt habe, liegt bei 42,- € / Stunde.* Dies gilt dann für Lektorate und Korrektorate, da der Arbeitsaufwand für mich schließlich der Gleiche ist. 
* Anmerkung: Da dieses System noch in den Startlöchern steht, berechne ich gerne zum Vergleich einen Normseitenpreis. Sollten die Summen am Ende zu verschieden sein, passe ich die Preise an.